«Der Fokus eines jeden Dienstleisters sollte aus seiner Berufung heraus resultieren.»

Werteorientierung

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«BERUFENE SIND EINER IHNEN ANVERTRAUTEN SACHE VERPFLICHTET»
Interviev vom August 2015 mit netzwerk.ch, dem Schweizer Unternehmerportal von KMU für KMU

 

Herr Beckershoff, Sie distanzieren sich explizit von kurzfristigen Strategien zur Umsatzsteigerung. Was zeichnet im Bereich Kommunikation und Design konkret eine langfristige und wertebasierte Strategie aus? Was kann mit ihr erreicht werden, was mit einer kurzfristigen Strategie nicht zu erreichen ist? 
Phil Beckershoff Blanc: Unternehmen, die sich im Markt langfristig behaupten wollen, tun gut daran, aus einer authentisch gelebten Wertehaltung heraus zu agieren, die sich in der Führung, Kommunikation und im Verhalten ihres Unternehmens widerspiegelt. Denn sie ist das einzig nachhaltige Instrument zur Differenzierung. Wer dieses nun aber für sich nutzen will, kommt um ein weitsichtiges Denken und Handeln nicht herum. Eine offene und ehrliche Pflege der Beziehungen zu und mit allen Bezugsgruppen zählt dazu. Und dabei geht es nicht um die Erzielung von Aufmerksamkeit um jeden Preis, sondern vielmehr um die Schaffung von Beachtung, Verständnis, Vertrauen und Respekt. Warum? Weil nur damit ein solides Fundament gelegt werden kann, auf dem ein gesundes Wachstum und eine kontinuierliche Steigerung der Erträge möglich sind!

 

Vor allem elektronische Medien sind heute von ihrem Wesen her kurzlebig und schnell. Ein Trend jagt den nächsten. Wie ist hier in Ihrem Berufsfeld langfristige und vor allem auch wertbasierte Arbeit zu leisten? Gibt es da nicht Widersprüche? 
Gerade aufgrund ihrer Wesensart will der Einsatz elektronischer Medien gut überlegt sein. Dient er nüchtern betrachtet tatsächlich der Erreichung der Unternehmensziele? Und falls ja, zu welchem Preis? Und ja, klar stösst man bei einer vertieften Auseinandersetzung mit einem Thema immer auf Widersprüche. Und das ist gut so. Denn diese weisen in aller Regel auf Gefahren hin. Werden sie in einer ungeschönten Kosten-Nutzen-Analyse transparent aufgezeigt, so dienen sie der Sache: der Entscheidungsfindung.

 

Wo liegt allgemein gesprochen der Fokus Ihrer Arbeit und wie unterscheidet sich diese konkret von der einer möglichen Konkurrenzfirma? 
Der Fokus eines jeden Dienstleisters sollte aus seiner Berufung heraus resultieren. Letztere setzt a) eine besondere Befähigung voraus, die b) zum Auftrag durch und im Dienst eines Dritten führt. Berufene sind demnach immer einer ihnen anvertrauten Sache verpflichtet. Und da Unternehmenskommunikation kein experimentelles Kunsthandwerk, sondern vielmehr eine Geisteswissenschaft ist, unterliegt sie klar definierten Prinzipien sowie moralischen und ethischen Grundsätzen. Im Gegensatz zu sehr vielen Konkurrenten handelt accommodus.ch genau aus diesem Bewusstsein heraus. Sie versteht sich als Vermittlerin zwischen ihrem Auftraggeber und dessen Bezugsgruppen. Und dabei folgt die Form immer der Funktion.

 

Können Sie beispielhaft einen möglichen Bedarf eines KMUs schildern, den Sie mit Ihrem Geschäftsansatz exakt decken? Oder direkter gefragt: Wofür braucht ein KMU Ihre Dienstleistungen? 
Kunden, Mitarbeitende und Lieferanten erwarten, dass sie als Individuen ernst genommen und respektieren werden. Tun Sie es. Nehmen Sie aktiv an ihrem Leben teil. Beglückwünschen Sie sie etwa zu ihrem Geburtstag. Mit einigen persönlichen Zeilen per E-Mail. Ohne Kaufanreiz im Anhang. Und nun denken und handeln Sie in diese Wertehaltung über Ihre gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Von Ihrer Antwort zur eingegangenen Offertanfrage bis hin zur Nachfrage, ob der Kunde mit Ihrer Leistung zufrieden ist oder was Sie an dieser noch verbessern könnten. Nicht selten liegt das Gute nahe. accommodus.ch hilft Ihnen dabei, es zu erkennen und unter Berücksichtigung Ihrer Möglichkeiten Wege zu finden, wie Sie es im Dialog mit Ihren Bezugsgruppen für Ihr Unternehmen gewinnend nutzen können.

 

Sie sprechen auf Ihrer Webseite von gesunder Ertragssteigerung? Nennen Sie ein Beispiel für eine ungesunde Ertragssteigerung, von der Sie sich explizit distanzieren. 
Wie kommt es, dass heute auch viele KMUs ihren Kunden Euro-Rabatte gewähren, obgleich sie ihre Produkte nachweislich in der Schweiz und aus inländischen Rohstoffen fertigen? Sie tun es, weil Rabatt-Aktionen gerade «en vogue» sind und sie sich von diesen Wettbewerbsvorteile erhoffen. Sie investieren dafür nicht nur teure Marketing-Franken, sondern schmälern damit auch zwangsläufig ihre Margen. Und nicht selten geraten sie nach Abschluss der Aktion in Erklärungsnotstand. Denn ihre Kunden werden in Folge davon ausgehen, dass sie ihnen ihre Leistungen auch günstiger anbieten können und versuchen den regulären Kaufpreis zu drücken. Wohl bekomms! accommodus.ch rät ihren Kunden daher von solchen sowie ähnlichen Vorhaben konsequent ab.

 

Was ist heute für Sie persönlich die grösste Herausforderung im Bereich Kommunikation und Design? 
Es ist wohl die Schaffung von Verständnis und Akzeptanz für den aus dem laufenden Generationenwechsel heraus zu Recht geforderten Wertewandel, mit dem sich viele Unternehmer und Führungskräfte noch immer schwertun. Aussagen wie «Geiz ist geil!» mögen noch vor nicht allzu langer Zeit als Umsatztreiber funktioniert haben, zählen aber heute bereits zu den alten Gamellen, aus denen sich insbesondere die Generationen X und Y («Millenials») nicht abspeisen lassen. Denn sie streben nach Sinnerfüllung und fordern daher nach echten Werten, die zudem authentisch gelebt werden.

 

Weshalb ein lateinischer Firmenname? Und was ist, über die konkrete Bedeutung des Wortes hinaus, dessen Botschaft? 
Latein ist eine äusserst präzise und – zumal in meinen Ohren – wohlklingende Sprache, die sehr viele Menschen über Generationen, Kulturen und Landesgrenzen hinweg miteinander verbindet. Doch dies war bei der Wahl meines Firmennamens nicht das Ausschlaggebende. Vielmehr habe ich nach einem Adjektiv gesucht, in dem sich meine Wertehaltung und mein Dienstleistungsverständnis stimmig widerspiegeln. Der Namenszusatz «.ch» schlägt nicht bloss die Brücke zur Webpräsenz, sondern versteht sich als ein klares Bekenntnis zum KMU-Werkplatz Schweiz. «Think global, act local».



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